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Bericht auf monte-welt.com

Folgender Bericht über das Snowbiken erschien auf www.monte-welt.com. Sie können diesen Bericht auch direkt online aufrufen.


Es sieht eigenartig aus, aber es macht jede Menge Spaß. Und weil sogar Giorgio Armani auf Snowbikes abfährt, nehmen wir besser mal an einem Kurs teil. In Immenstadt.


Morgens auf dem Mittag: Eben stand er noch auf der Hangkante neben mir. „Dou famma nunter!“, hatte er gesagt. Dann war er plötzlich weg, der Huber-Klaus. Verschwunden in den Tiefen einer Buckelpiste, die er mit Leichtigkeit nimmt. In kurzen Bögen verlagert er immer wieder sein Körpergewicht. So stark, dass die Lenker-Enden im Wechsel fast den Schnee berühren. An seinen Füßen hat er zwei armlange Carvingski, die seine Schwünge stützen. Unten am Hang wartet er. Wir kommen!

Wir, das sind das Freundestrio Udo, Bernd und Markus aus Friedrichshafen am Bodensee und ich. Wir machen einen Snowbike-Workshop auf den Pisten des 1451 Meter hohen Mittag bei Immenstadt im Allgäu. Organisiert von Klaus Huber und seiner Agentur mit dem irritierenden Namen „49. Breitengrad“. Irritierend auch deshalb, weil Immenstadt doch eigentlich auf dem 47. Breitengrad liegt. Sei's drum.

Ein Snowbike ist rund sieben Kilo schwer, schnell zerlegbar und sieht aus wie ein BMX-Rad. Nur hat es eben Ski statt Räder und, im Gegensatz zu all den Skibobs, eine durchaus komfortable Federung. Vier Stunden Workshop reichen, meint unser Lehrer Klaus, dann können wir schneeradfahren. Alle.

Zugegeben, die ersten Fahrten sehen nicht sonderlich anmutig aus: Wir klemmen uns im Stehen den vorderen Teil des grauen Bananensattels zwischen die Knie und gleiten talwärts. „Stefan, net lenkn!“, ruft Klaus mir zu, „des G'wicht verlagern, wia aufm Motorradl! Aus da Hüftn! Aus da Hüftn!“ Mit gebeugtem Rücken rutschen wir weiter. Erst in kurzen, unsicheren Bögen, aber schon bald länger, weicher, eleganter.

Nach den ersten Bremsmanövern, die aus der Hüfte kommen, und einigen Übungen, in denen wir lernen, Sessel- und Schlepplift zu fahren, dürfen wir uns endlich setzen. Eine Stunde später carven wir bereits zügig die Pisten und Hänge hinab. Nach zwei weiteren wagen wir uns sogar schon in nichtgewalzte Regionen und testen ein, zwei kleinere Schanzen. Ja, es macht richtig Freude!

„Affen auf Talfahrt“. So beschreibt ein Autor der Wochenzeitung „Die Zeit“ die Snowbiker und ist nach einigen Fahrversuchen ebenfalls begeistert. Als „Schlitten der Promis“ taufte die „Süddeutsche Zeitung“ die Schneeräder, weil selbst der Mode-Gott Giorgio Armani auf der Fashion Week in Mailand eigens verschönerte Snowbikes vorführen ließ und mittlerweile sogar die edle Caroline von Monaco das Schneeradfahren schätzt.

Neu ist die Idee, Ski- und Radfahren zu kombinieren, nicht. Schon 1949 ließ sich ein gewisser Engelbert Brenter einen „Sitzski“ patentieren und seine Nachfahren bauen ihn im österreichischen Oberndorf bis heute – als Snowbike.

Und das bringt nicht nur Freude, sondern auch viel Ruhm und Ehre: Bis heute ungebrochen ist der Geschwindigkeitsrekord von Erich Brenter, dem Sohn des Erfinders, der im italienischen Cervinia im Jahr 1964 mit unglaublichen 166 Stundenkilometern gen Tal raste. Gemeinsam mit seiner norwegischen Frau Ranheid gewann Brenter Junior, der nun auch schon wieder Senior ist, allerlei Welt-, Europa- und Staatsmeistertitel.

Dessen Nachfahren Harald und Bernd wiederum haben für die weltweit 150 Mietstationen ein System entwickelt, dass im Wintersport als beispielhaft gilt: „Rent & Learn“. Das heißt, dass nur diejenigen ein Snowbike ausleihen dürfen, die vorher mindestens einen Kurs gemacht haben.


Warum? „Des Ding is a Waffe!“, sagt unser Lehrer, der Klaus, der bereits seit fünf Jahren Snowbiken unterrichtet. Knapp 1000 Euro kostet „des Ding“ von Brenter neu, oder – im Verleih – 22 Euro pro Tag, erzählt uns Klaus in der Mittagspause beim Gipfelwirt und berichtet stolz davon, dass sie immer mehr werden, die Leute, die Snowbiken lernen wollen.Wir wollen vor allem fahren – und verabschieden uns von Klaus. Der Workshop ist vorbei und wir sind endlich frei. Mit Udo, Bernd und Markus jage ich den Mittag hinab und in den Powder hinein. Nein, Fliegen ist auch nicht schöner.

Text: Stefan Ruzas

Bericht auf focus.de

Folgender Bericht über das Snowbiken erschien auf www.focus.de. Sie können diesen Bericht auch direkt online aufrufen.


Affen auf Talfahrt
Es sieht eigenartig aus, aber es macht jede Menge Spaß. Und weil sogar Giorgio Armani auf Snowbikes abfährt, nehmen wir besser mal an einem Kurs teil. In Immenstadt.

Von FOCUS-Redakteur Stefan Ruzas

Morgens auf dem Mittag: Eben stand er noch auf der Hangkante neben mir. „Do famma nunter!“, hatte er gesagt. Dann war er plötzlich weg, der Huber-Klaus. Verschwunden in den Tiefen einer Buckelpiste, die er mit Leichtigkeit nimmt. In kurzen Bögen verlagert er immer wieder sein Körpergewicht. So stark, dass die Lenkerenden im Wechsel fast den Schnee berühren. An seinen Füßen hat er zwei armlange Carving-Ski, die seine Schwünge stützen. Unten am Hang wartet er. Wir kommen!

Wir, das sind das Freundestrio Udo, Bernd und Markus aus Friedrichshafen am Bodensee und ich. Wir machen einen Snowbike-Workshop auf den Pisten des 1451 Meter hohen Mittag bei Immenstadt im Allgäu. Organisiert von Klaus Huber und seiner Agentur mit dem schön irritierenden Namen „49. Breitengrad“. Irritierend auch deshalb, weil Immenstadt doch eigentlich auf dem 47. Breitengrad liegt. Sei´s drum.

„Aus da Hüftn! Aus da Hüftn!“

Ein Snowbike ist rund sieben Kilo schwer, schnell zerlegbar und sieht aus wie ein BMX-Rad. Nur hat es eben Ski statt Räder und, im Gegensatz zu all den Skibobs, eine durchaus komfortable Federung. Vier Stunden Workshop reichen, meint unser Lehrer Klaus, dann können wir Schneeradfahren. Alle.
Zugegeben, die ersten Fahrten sehen nicht sonderlich anmutig aus: Wir klemmen uns im Stehen den vorderen Teil des grauen Bananensattels zwischen die Knie und gleiten talwärts. „Stefan, net lenkn!“, ruft Klaus mir zu, „des Gwicht verlagern, wia aufm Motorradl! Aus da Hüftn! Aus da Hüftn!“ Mit gebeugtem Rücken rutschen wir weiter. Erst in kurzen, unsicheren Bögen, aber schon bald länger, weicher, eleganter.

Nach den ersten Bremsmanövern, die aus der Hüfte kommen, und einigen Übungen, in denen wir lernen, Sessel- und Schlepplift zu fahren, dürfen wir uns endlich setzen. Eine Stunde später carven wir bereits zügig die Pisten und Hänge hinab. Nach zwei weiteren wagen wir uns sogar schon in nicht gewalzte Regionen und testen ein, zwei kleinere Schanzen. Ja, es macht richtig Freude!

Armani und die Spezial-Snowbikes

„Affen auf Talfahrt“ – so beschreibt ein Autor der Wochenzeitung „Die Zeit“ die Snowbiker und ist nach einigen Fahrversuchen ebenfalls begeistert. Als „Schlitten der Promis“ taufte die „Süddeutsche Zeitung“ die Schneeräder, weil selbst der Modegott Giorgio Armani auf der Fashion Week in Mailand eigens verschönerte Snowbikes vorführen ließ und mittlerweile sogar die edle Caroline von Monaco das Schneeradfahren schätzt.

Neu ist die Idee, Ski- und Radfahren zu kombinieren, nicht. Schon 1949 ließ sich ein gewisser Engelbert Brenter einen „Sitzski“ patentieren und seine Nachfahren bauen ihn im österreichischen Oberndorf bis heute – als Snowbike.

Höllenritt mit 166 Sachen

Das bringt nicht nur Freude, sondern auch viel Ruhm und Ehre: Bis heute ungebrochen ist der Geschwindigkeitsrekord von Erich Brenter, dem Sohn des Erfinders, der im italienischen Cervinia im Jahr 1964 mit unglaublichen 166 Stundenkilometern gen Tal raste. Gemeinsam mit seiner norwegischen Frau Ranheid gewann Brenter junior, der nun auch schon wieder Senior ist, allerlei Welt-, Europa- und Staatsmeistertitel.

Dessen Nachfahren Harald und Bernd wiederum haben für die weltweit 150 Mietstationen ein System entwickelt, das im Wintersport als beispielhaft gilt: „Rent & Learn“. Das heißt, dass nur diejenigen ein Snowbike ausleihen dürfen, die vorher mindestens einen Kurs gemacht haben.